WINDKRAFT - RESONANZ

"... phänomenale technische und klangliche Qualität – und damit die Fähigkeiten, die Musik unserer Zeit zum Leuchten zu bringen ..." Ursula Strohal, Tiroler Tageszeitung

Die Nacht der Verlorenen von Thomas Larcher 17.10.2020 

Live-Stream // Studio 3 ORF Tirol

 

Osterfestival Tirol: Irdisches Leiden, himmlisches Amen
Kritik In Hall und Innsbruck begeisterten u. a. barocke Klagen und die Glaubensgewissheit gregorianischen Chorals.

Die Presse, Print-Ausgabe, 23.04.2019

Beim Konzert des brillanten, aus Nord- wie Südtiroler Bläsern und Schlagzeugern gebildeten Ensembles Windkraft unter Kasper de Roo schien es um den Ritus im Allgemeinen zu gehen. Mit dem elektrisierenden Weckruf der Es-Klarinette von Edgar Varèses „Intégrales" hob gleichsam eine kultische Handlung an, die ihre Kraft aus subtil abgewandelten Wiederholungen und Steigerungen bezog.


Klopfzeichen einer verschütteten Seele
Immer faszinierend, wie spärlich und zugleich überbordend dagegen Galina Ustwolskaja ihre Symphonie Nr. 5 „Amen" formuliert hat – ein fundamental anderes, in diesseitigem Leid verharrendes Amen: Hammerschläge auf eine Holzkiste sind Klopfzeichen einer verschütteten Seele, in der Tuba klafft brodelnd ein Abgrund, die Oboe schluchzt, aus der Violine tropfen immer dieselben drei Töne wie Tränen. Vielleicht hätte russisches Pathos den Eindruck noch verstärkt, aber Eleonore Bürcher ließ es auf Deutsch nicht an Inbrunst fehlen. Bei Giacinto Scelsis „I presagi" scheinen es dagegen stets heidnische Riten oder Endzeitvisionen zu sein, die in aufregend urtümlicher Weise wabern und wogen, zischen und zittern. Das letzte Wort aber behielt der himmlische Triumph in allen Farben mit Messiaens „Et exspecto resurrectionem mortuorum".


Ensemble "Windkraft": Zeitpunkt Musik und die Stunde der Seele
Das Ensemble „Windkraft" war vor seinem Auftritt bei den Wiener Festwochen im Haus der Musik zu Gast.

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung, 17.06.2019

Innsbruck – Kasper de Roo gelingt dieser Tage mit seinem Spitzenensemble Windkraft Tirol – Kapelle für Neue Musik eine Sensation: die Aufführung nie oder kaum gespielter groß besetzter Bläserwerke von drei führenden europäischen Komponisten. Sofia Gubaidulinas „Stunde der Seele" nach einem Gedicht von Marina Zwetajewa hat Windkraft selbst 2004 nach Erarbeitung mit der Komponistin uraufgeführt, „In the Memory of Clear Water" des Esten Erkki-Sven Tüür führt mitten in eine politische Debatte unserer Zeit und Wolfgang Rihms „et nunc II" war seit der Aufführung durch Windkraft 2004 weltweit nirgends mehr zu hören. Am Freitag waren diese Werke im Haus der Musik Innsbruck zu erleben, gestern wurde das Konzert bei den Wiener Festwochen im Wiener Konzerthaus präsentiert.
Drei Ansätze im Wechselspiel von Kopf und Herz zwischen Naturton, Spiritualität und Konstrukt, mündend in zutiefst musikalischen Ereignissen. Windkraft aus 68 Musikern und Musikerinnen bewältigte das mit seinem Konglomerat aus Tiroler und Südtiroler Spitzenmusikern, jede/r eine Klasse für sich, heiß auf klingende Kommunikation und bereit zu schwierigen Aufgaben. Dirigent Kasper de Roo, unermüdliche Antriebskraft des 20-jährigen Ensembles, hält klar und mit Leidenschaft die Zügel in Händen. Teil der großen Bläserbesetzung waren Schlagwerk, Kontrabässe, Harfen, Klavier und Celesta.
So stellte sich Tüürs Gewässer instrumental, rhythmisch und harmonisch dar in seiner kristallinen Transparenz und trüben Gefährdung, stehend, rauschend, spritzend über Stromschnellen, wieder beruhigt. Rihms Komposition besagt, dass Musik ein Zeitpunkt, kein Ort sei. In den Klangflächen aus Klarinettensamt wird jedes kleine Ausufern zum Ereignis, bis die Fläche wie ein Sternspritzer in kleinen Explosionen aufplatzt. Die nun kollektive Verdichtung wird zum Raum-Klang-Erlebnis erweitert. Gubaidulina gewährte die „Stunde der Seele" erst klopfenden Herzens, dann mit freiem Fluss der Farben, dynamischem Spiel und Überlagerungen, endlich in tiefer Spiritualität des von der herrlichen Altstimme Noa Frenkels ans Licht gehobenen, den Seelenraum erkundenden Wortes. (u.st.) 

 


Frohbotschaft schlagfertig überbracht 

Neue Musik mit dem formidablen Orchester Windkraft als Einstimmung auf die Osternacht in Hall.

Tiroler Tageszeitung, Dienstag 23.04.2019

Hall – Draußen in der Haller Altstadt verkündet freudiges Geläut von Kirchenglocken, eben zurück aus Rom, die Botschaft der Osternacht. Zur selben Zeit, Zufall oder nicht, hämmert beim Osterfestival im Salzlager das Orchester Windkraft dieselbe frohe Message mit jedem zur Verfügung stehenden Schlagwerk in Richtung Zuhörer: Das Leben ist stärker als der Tod.
An manchen Stellen gerät der geschlagene Sound derart voluminös, dass sogar Ensemblemitglieder in Deckung gehen und sich die Ohren zuhalten. Olivier Messiaens monumentales Orchesterwerk „Et exspecto resurrectionem mortuorum" („Und ich erwarte die Auferstehung der Toten") aus dem Jahr 1964 wird zum kraftvollen Statement des christlichen Glaubens und des Glaubens an die Versöhnung der Völker.
Schon wenige Stunden später sollte eben dieser Glaube durch Terroranschläge in Sri Lanka wieder auf die Probe gestellt werden.
Unter der Leitung von Dirigent Kasper de Roo vereint Windkraft seit 20 Jahren eine Selektion vorzüglicher Musiker aus Tirol und Südtirol, mit Schwerpunkt Blech- und Holzblasinstrumente. Neue Musik weit abseits des Mainstreams ist bei diesem Orchester Programm. Beim Konzert am Karsamstag sind es Klangstudien und Tonexperimente von Edgar Varèse und Giacinto Scelsi. Musik, die wie die Entladung von Gefühlen und Emotionen wirkt.
Zu Galina Ustvolskayas Symphonie Nr. 5 „Amen" rezitiert Sprecherin Eleonore Bürcher das „Vater unser". Dermaßen beschwörend und unter die Haut gehend hat man dieses Standardgebet noch selten gehört. (mark)


Kronenzeitung Osterfestival 2019


PREIS FÜR ZEITGENÖSSISCHE MUSIK 2017

Wir freuen uns über den Preis für Zeitgenössische Musik 2017 verliehen vom
LAND TIROL auf Vorschlag des Kulturbeirats für Musik. Der Preis wurde uns am
20. November 2017 von Landesrätin Dr. Beate Palfrader überreicht.

Vielen herzlichen Dank! 


Tiroler Tageszeitung über "in vain" am 15. April 2017


Kronen Zeitung über "in vain" am 15. April 2017

 


Tiroler Tageszeitung über "Die Himmlische Stadt" am 6. Oktober 2015

 


Tiroler Tageszeitung über "Die Himmlische Stadt" am 15. Mai 2013

 


Dolomiten über Triphonia am 21. Oktober 2011


Tiroler Tageszeitung über "Himmlische Stadt" am 25. September 2011


Dolomiten über "Himmlische Stadt" am 21. September 2010

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Ansprechpartnerin

Windkraft - Kapelle für Neue Musik
Geschäftsführerin
Sabine Pircher

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