Stunde der Seele

16.06.2019
Konzerthaus, Wien

Windkraft Tirol - Kapelle für Neue Musik Nora Frenkel, Alt Christoph Rohrbacher, Moderation Kasper de Roo, Dirigent

 

ERKKI-SVEN TÜÜR: IN THE MEMORY OF CLEAR WATER
WOLFGANG RIHM: ET NUNC II FÜR BLÄSER UND SCHLAGZEUG
S. GUBAIDULINA: STUNDE DER SEELE, POEM FÜR GROSSES BLASORCHESTER UND MEZZOSOPRAN
ERKKI-SVEN TÜÜR - IN THE MEMORY OF CLEAR WATER

 

Erkki-Sven Tüürs Ode an sauberes Wasser, passt durch seinen Anspruch der "Verbindung von Gegensätzen" genau in unsere Zeit, in der reines Wasser ein brisantes gesellschaftpolisitisches Thema darstellt. Musikalische Gegensätze wie "Tonalität/Atonalität, regelmäßig wiederkehrende Rhythmen/unregelmäßige komplexe Rhythmen, Besonnenheit/explosive Theatralik - und vor allem die Art und Weise, wie sich diese Gegensätze allmählig durchdringen und gegenseitig ablösen" sind deutlich hörbar.


WOLFGANG RIHM – ET NUNC II FÜR BLÄSER UND SCHLAGZEUG
Wolfgang Rihm sagt über "et nunc II": "Musik hat keinen Ort, Musik ist immer 'nun', aber nie 'hier', also immer 'nunc' aber nicht 'hic'. Das Nun ist sehr wichtig in der Musik, aber das Nun hat keinen Ort: nun, in einem Nu, jetzt ...., jetzt ...., jetzt ...., da ist es, aber wenn ich ich 'jetzt' sage, ist das Jetzt schon immer vergangen. Es ist nie hier - kein Ort, nirgends". Nach der Aufführung von "et nunc II" durch Windkraft in 2004, war dieses Werk weltweit "nirgends" mehr zu hören. Daher umso mehr 'jetzt', bei Windkraft Tirol.

SOFIA GUBAIDULINA - STUNDE DER SEELE, POEM FÜR GROSSES BLASORCHESTER UND MEZZOSOPRAN
Die Komposition "Stunde der Seele" von Sofia Gubaidulina, nach einem Gedicht von Marina Zwetajewa, verlangt eine große Bläserbesetzung und wurde 2004 von Windkraft Tirol in Anwesenheit der Komponistin uraufgeführt im Rahmen des Festivals Klangspuren. Die Komposition gliedert sich in vier Episoden unterschiedlicher Länge. Die drei erste Episoden charakterisieren Anläufe zu einem dynamischen Höhepunkt mit anschließender Rückbildung. In der vierten Episode erklingt der gesungene Text im Ton eines Gebetes, von sanft pulsierendem perkussivem Untergrund getragen und nur gelegentlich von einzelnen Bläsern unterstützt:

In tiefer Stunde der Seele
in tiefer - Nacht ...
(Welch riesiger Schritt der Seele in der Nacht)
In jener Stunde vollende du
den Raum, deinen Seelenraum -
den Tempel, den du,
o Seele, belebst.
Lass rosten die Lippen, wirf
auf die Wimpern - Schneestaub,
(O Seufzer der Seele,
der Seele - in der Nacht ...)
In jener Stunde, o Seele,
verfinstre dich, als Wega
steig auf ... Du süße Frucht,
o Seele, werd' bitter.
Werd' bitter und verfinstre dich:
dann wachse: vollende.
(8. August 1923)
Marina Zwetajewa

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